So helfen Sie im Winter Obdachlosen in Sachsen

Der Winter zieht in Sachsen richtig an. Am härtesten trifft es Menschen ohne festen Wohnsitz. Wie sie Obdachlosen wirklich helfen, erfahren sie hier!

Am Wochenende erwarten die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes deutschlandweit, und damit auch in Sachsen, eine extreme Kalt-/Schneefront. Einmal mehr ist es dann wichtig, an Menschen ohne festen Wohnsitz zu denken, die es gerade aufgrund des Corona-Virus noch schwerer haben.

Treffs sind geschlossen, nächtliche Ausgangssperren, Maskenpflicht usw. stellen viele Obdachlose vor weitere Probleme. Zudem werden Notunterkünfte aus Angst vor Ansteckung häufig nicht aufgesucht.

Wie Sie schnell und unkompliziert , sowie im Sinne dieser Mitmenschen und deren Unterstützer helfen können, hat die Heilsarmee nachfolgend zusammengefasst. Die Angebote in den Ballungszentren des Freistaates finden sich darunter.

Hilfestellung der Heilsarmee

  • Notfälle erkennen und aufmerksam sein

    Wenn ein obdachloser Mensch kaum geschützt im Kalten schläft, ist es legitim, ihn zu wecken, um Hilfe anzubieten. In manchen Großstädten sind so­ge­nann­te Kältestreifen/Kältemobile unterwegs, die auf Un­ter­künf­te hinweisen. Sie können auch te­le­fo­nisch an­ge­for­dert wer­den. Auch karitative Organisationen, wie die Heils­armee bieten Unterstützung in solchen Fällen an. Bei un­kla­rem Ge­sund­heits­zu­stand sollte man aber auf jeden Fall einen Kran­ken­wa­gen rufen.

    Selbst wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass ein medizinischer Einsatz nicht notwendig ist, müssen keinesfalls Kosten übernommen werden.

    Ist kein akuter Notfall erkennbar und lehnt der Mensch die angebotene Hilfe ab, sollte dies aber auch akzeptiert werden.

  • Grundbedürfnisse decken

    Zum Beispiel mit haltbaren Lebensmittel, die nicht zubereitet werden müssen:

    Brot, abgepackte Wurst und Käse.
    Auch Bananen oder Äpfel sind gut geeignet, denn Vitamine fehlen meistens.

  • Für Wärme sorgen / Sachspenden

    Handschuhe, Socken und Unterwäsche: Solche Kleidungsstücke nutzen sich schnell ab, da sie oft nicht gewaschen werden können. Auch Schlafsäcke oder Decken sind natürlich willkommen.

    Sie können solche Sachspenden auch gerne in den Kleiderkammern der Heilsarmee abgeben: heilsarmee.de/kleiderkammern

  • Eher Naturalien als Geld

    Geld wird manchmal für Alkohol oder andere Drogen verwendet. Wenn Sie des­halb kein Bares geben möch­ten, kön­nen Sie statt­des­sen nach den Be­dürf­nis­sen fragen und ent­spre­chend ein­kaufen, zum Bei­spiel Hy­giene­artikel, Essen, Getränke, Medizin oder eine Pre­paid­handy-Gut­haben­karte. Einige Obdachlose haben einen Hund, für den sie das Wenige geben würden, das sie be­sitzen. So kann Futter für den Begleiter eine besondere Freude bereiten.

Anlaufstellen und Hilfe in den einzelnen Regionen (Auswahl)

  • Leipzig

    „Das Sozialamt der Stadt Leipzig bittet die Leipzigerinnen und Leipziger, alle Personen, die sich obdachlos in Abrisshäusern, ungesicherten Unterkünften oder im Freien aufhalten, auf die entsprechenden Hilfsangebote hinzuweisen oder den Hilfebus oder das Sozialamt der Stadt Leipzig zu informieren.“

    Die Stadt hatte im ersten Lockdown aufgrund des Corona-Virus recht schnell reagiert und die Notunterkünfte wieder geöffnet. Die aktuellen Anlaufstellen sowie Telefonnummern und Adressen finden Sie unter:

    https://www.leipzig.de/jugend-familie-und-soziales/soziale-hilfen/hilfe-bei-obdachlosigkeit-in-leipzig/

    Für schnelle und gezielte Hilfe ist in Leipzig zudem das Streetmobil/Kältebus unterwegs. Die ehrenamtlichen Helfer setzen sich mit vollem Herzen für die Wohnungslosen der Stadt ein - mit warmen Mahlzeiten & Getränken, Hygieneartikeln und immer einem Ohr an den Menschen. Zu erreichen ist das Streetmobil unter der HIER angegebenen Telefonnummer.

    Außerdem kann man konkret über Sachspenden helfen. Was aktuell benötigt wird, sieht man auf deren Wunschliste.

  • Chemnitz

    Die Stadtmission Chemnitz, unter dem Dach der Diakonie, ist für die Obdachlosen Menschen in Chemnitz eine Anlaufstelle. Seit dem 02.02.2021 gibt es zusätzliche Räume für den Tagestreff der Wohnungsnotfallhilfe. Das ist Aufgrund des erneuten Lockdowns notwendig und unter großem Engagement möglich geworden.

    Die Details sowie Adressen, Telefonnummern und Hinweise zum Spendenbedarf, finden Sie hier: https://www.stadtmission-chemnitz.de/

    Ebenfalls eine große Hilfe, aus Privatinitiative heraus, ist das „Spendenschwein Rosalie“. Vor drei Jahren von der jetzt 16jährigen Janice ins Leben gerufen, ist diese Initiative zu einer wichtigen Stütze in Chemnitz geworden, die eng der mit den sozialen Anlaufstätten verbunden ist. Informationen bekommen Sie immer aktuell unter diesem Link.

  • Dresden

    Die sogenannten Nachtcafés, die es seit mittlerweile 25 Jahren in Dresden gibt, mussten corona-bedingt in diesem Winter die Türen schließen. Auf ihrer Website verweisen die Helfer jedoch an die ev. Nachbarpfarrei in Laubegast, in der unter Beachtung aller Vorschriften das Nachtcafé weiter durchgeführt werden kann.

    Desweiteren erhalten Sie aktuell Hilfe oder Beratung beim Treberhilfe e. V.  sowie der Dresdner Caritas.