Coronakrise - Fake News

Auch zum Thema Corona geistern viele Falschmeldungen durchs Netz - und die sind teilweise ganz schön absurd...

Die absurdesten Fake-News zum Coronavirus

Das Coronavirus ist in aller Munde und viele Menschen sind verunsichert und besorgt. Da ist es natürlich nicht hilfreich, wenn diese Ängste auch noch durch Falschmeldungen im Netz und in den sozialen Medien geschürt werden. Auch wenn inzwischen viele fundierte Informationen verbreitet und in den Köpfen der Menschen verankert sind, haben wir hier noch einmal die größten Fake News zusammengestellt, die man in Zukunft getrost ignorieren sollte, wenn sie einem wieder unter die Nase kommen.

#1 KETTENBRIEF "ZWIEBEL TÖTET ALLE BAKTERIEN AUCH DEN CORONA"

Ein Kettenbrief mit folgender Geschichte aus dem frühen 20. Jahrhundert macht gerade seine Runde: Ein Arzt, der damals mit Grippe infizierte Bauern besuchte, stieß auf seiner Reise auf eine Familie, die vollkommen gesund war. Die Bäuerin meinte, dass sie in jedem Raum im Haus eine Schale mit Zwiebeln aufgestellt habe. Als der Arzt die Zwiebeln untersuchte fand er darin Grippebakterien, die Zwiebeln haben die Bakterien also absorbiert. Angeblich würden also aufgeschnittene Zwiebeln Viren und Bakterien aus dem Körper und der Luft ziehen.

Das ist jedoch völliger Quatsch: Corona ist ein Virus, kein Bakterium. Zudem werden Viren werden durch Kontakt übertragen und fliegen nicht in der Luft herum. Und: Sie brauchen vor allem auch einen lebendigen Wirt.

#2 DINGE, DIE DEN CORONAVIRUS ABTÖTEN

Immer wieder gibt es in den sozialen Medien scheinbar hilfreiche Tipps, wie sich Coronaviren am besten abtöten lassen. So würden zum Beispiel Händetrockner oder UV-Lampen SARS-CoV-2 vernichten. Noch verrückter: Der Tipp, den kompletten Körper mit Alkohol oder Chlor zu besprühen. Das ist nicht nur komplett unsinnig, sondern auch ganz schön schädlich für die Schleimhäute.

#3 PAKETE AUS CHINA SIND GEFÄHRLICH

Auch das stimmt nicht! Wer also Waren oder Pakete aus China erhält, läuft NICHT Gefahr, sich mit dem Coronavirus anzustecken, da Viren auf Gegenständen nicht lange genug überleben.

#4 KOKAIN (WAHLWEISE AUCH CANNABIS) TÖTET CORONAVIREN

Ganz einmal davon abgesehen, dass man von Kokain sowieso die Finger lassen sollte, sollte man auch aus Angst vor Corona nicht damit anfangen. Vor allem im englischsprachigen Netzraum machte nämlich ein Bild die Runde, das aussah wie ein News-Screen eines Nachrichtensenders. Darauf zu lesen die Headline "Cocaine kills Corona Virus", also "Kokain tötet das Coronavirus". Auch hierbei handelt es sich erwiesenermaßen um eine Falschmeldung, die in Abwandlung auch mit Cannabis-Konsum verbreitet wurde.

#5 ENKELTRICK MIT CORONA

Der Enkeltrick ist immer noch weit verbreitet und leider wird nun auch das Cornavirus zum Anlass genommen, um vor allem alte Menschen um ihr Erspartes zu bringen. Bisher sind drei Fälle bekannt:

Zwei Frauen (82 und 67 Jahre) aus Brandenburg erhielten am 27.02.2020 jeweils einen Anruf. Ein Mann gab sich als Enkel aus, der sich mit dem Coronavirus angesteckt habe und Geld für die Behandlung braucht: Ganze 100.000 Euro. Beide Frauen fielen zum Glück nicht darauf rein und informierten die zuständige Polizei.

Ein 85 Jahre alter Mann aus dem Mühlenbecker Land war jedoch leichtgläubiger. Seine Schwiegertochter rief schließlich die Polizei an, weil dieser gerade auf dem Weg sei, Geld abzuheben, nachdem erst sein vermeintlicher Sohn ihn angerufen haben soll, weil er an Corona erkrankt sei, und danach auch noch ein angeblicher Oberarzt, der meinte, dass für die Behandlung 22.000 Euro nötig werden. Der Polizei gelang es zum Glück, den Rentner rechtzeitig anzutreffen, bevor er das Geld übergeben konnte.

#6 FAHNDUNGSMELDUNG NACH EINEM CORONA-INFIZIERTEN

Diese Meldung ist wirklich makaber: Auf Facebook kursierte ein Flyer eines Fahndungsgesuchs nach einem Mann aus Celle, der sich auf einer Reise in den Iran mit dem Coronavirus infiziert haben soll. Dort abgebildet auch ein Foto des Mannes. Der Flyer ist allerdings ein kompletter Fake und wurde anscheinend von Privatpersonen erstellt, um den Mann zu diskreditieren.

#7 MENSCHEN IN EINEM BORDELL IN QUARANTÄNE

Bei dieser Meldung muss man fast schon schmunzeln, weil sie so absurd ist. Doch auch diese verbreitete sich blitzschnell über WhatsApp. Zu sehen ein Bild von besagtem Bordell und die italienische Bildunterschrift "86 Leute in einem Bordell in Valencia wegen Corona-Virus unter Quarantäne." Der WhatsApp-Nutzer, der diese Meldung weiterleitete, schrieb dazu außerdem: "Zwei ganze Wochen. Erklär das mal deiner Frau oder deinem Arbeitgeber."

Aber: Besagtes Bordell gibt es nicht einmal.

#8 CORONA-INFIZIERTE IN CHINA VON DER POLIZEI ERSCHOSSEN

59 Sekunden Videomaterial, das zeigt bzw. zeigen soll, wie Bewaffnete durch Straßen in China laufen und Menschen blutend am Boden liegen. Auch Schussgeräusche sind immer wieder zu hören. Aber das Video ist ein Fake und aus vier teilweise schon Monate alten Videos zusammen geschnitten. Eine Szene, die deutlich Blut am Boden zeigt, stammt zum Beispiel aus einem TV-Bericht über einen Verkehrsunfall. Die Schussgeräusche aus einigen Szenen waren sogar nur Feuerwerksknaller.

#9 MASSENANDRANG AUF SUPERMARKT IN NRW

Auf der Plattform TikTok verbreitete sich ein Video, das zeigt, wie hunderte Menschen sich vor einem Supermarkt versammeln und dabei sind, diesen zu stürmen. Unter dem Video steht "Heute in Herthen NRW #corona". Aber: Das Video stammt bereits aus dem Jahr 2011, wurde in Kiel aufgenommen und zeigte den Ansturm auf den Verkauf von Elektronikprodukten.

#10 VIDEO ZEIGT EIN BABY, DAS MIT DEM CORONAVIRUS INFIZIERT IST

Das Video, das sich auf Facebook verbreitete, zeigt ein offensichtlich von einer Krankheit gezeichnetes Baby, das hinter einer Glasscheibe in seinem Bettchen sitzt und den Vater, der mit Mundschutz davor steht. Doch das Baby leidet nicht unter den Coronaviren, sondern ist leider an Leukämie erkrankt. Der kleine Junge heißt Binbin und bekommt hier gerade zum ersten Mal nach 90 Tagen Besuch von seinem Vater. Inzwischen soll es ihm zum Glück auch schon besser gehen.

Es ist wirklich traurig zu sehen, dass in den meisten Fällen mit dem Schicksal anderer und vor allem unschuldiger Menschen gespielt wird, um eine vollkommen grundlose Panik zu schüren und zu verbreiten. Deshalb: Nur vertrauenswürdigen Quellen bedingt Glauben schenken und Meldungen, die kurios erscheinen, lieber doppelt bis dreifach prüfen.